Der 7-jährige Krieg zwischen Preussen (mit England) und Österreich (mit Frankreich und Russland) wurde durch die Beteiligung sämtlicher Großmächte und durch die Ausdehnung auf die Kolonialgebiete in Indien und Amerika zum eigentlich "ersten" Weltkrieg. Friedrich der Zweite hatte im August 1756 ohne Kriegserklärung Sachsen besetzt, er zog gegen die "Herrschaft der Unterröcke" (Maria Theresia und Zarin Elisabeth) zu Felde. Vor diesem Krieg "flohen" nicht nur namhafte Musiker aus Sachsen nach England (wie C.Fr.Abel und J.Chr.Bach), sonden auch eine ganze Reihe von sächsischen Klavierbauern - man nannte sie ihrer Zahl wegen scherzhaft "die 12 Apostel". Unter ihnen waren Johannes Zumpe (angeblich - jedoch nicht nachweislich - ein Schüler von Gottfried Silbermann in Freiberg) und Gabriel Buntebart (der mit der späteren Königin Sophie-Charlotte nach England gekommen war). Zumpe hatte für den Schweizer Cembalobauer Tschudy gearbeitet und den schottischen Kunstschreiner John Broadwood nach London geholt. Letzterer heiratete Tschudys Tochter Barbara und begründete die erste Klavierfabrik - Broadwood und Söhne. Zumpe tat sich mit Buntebart zusammen. Zumpes Square Pianos besassen eine geteilte Dämpfungsaufhebung per einrastendem Handhebel, sie war deswegen nur als "Register" verwendbar, der Klang erinnert dann ein wenig an ein Zymbal (ähnlich wie Pantaleon-Instrumente). Im Hause Zumpe lernte wohl auch Mozart sowohl die Instrumente Zumpes wie auch die Musik Bachs kennen und schätzen. Die besonderen klanglichen Wirkungen der Zumpe'schen Bauweise inspirierten den gerade 14-jährigen Knaben zu charmanten Bearbeitungen einiger Sonaten Bachs, es wurden die möglicherweise ersten "Klavierkonzerte" der Musikgeschichte daraus. Mozart geht erstaunlich sensibel mit Bachs Musik zu Werke, man kann das Ergebnis dieser Auseinandersetzung keinesfalls als "primitive Vorstufe" seines späteren Klavierwerks abqualifizieren, wie dies lang Zeit gesehen wurde. Mehr dazu hier.
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