Unter den Anregungen, die W.A. Mozart den sonntäglichen Matineen im Hause des Freiherrn Gottfried van Swieten verdankte, war nicht zuletzt die Bekanntschaft mit Musik von G.Fr. Händel und J.S. Bach. Aus Briefen an den Vater Leopold wissen wir, dass Wolfgang Amadeus zuweilen Abschriften von Werken der beiden Meister zu Studienzwecken mit nach Hause nahm.

Weniger eindeutig bewiesen als bei den Quartetten KV 405 (vierstimmigen Fugenbearbeitungen nach Bach) ist Mozarts Autorschaft für die Trios KV 404a. Vieles spricht jedoch dafür, dass es Mozart gewesen war, der drei Fugen aus dem Wohltemperierten Klavier, eine aus dem Musikalischen Opfer, eine aus einer Orgel-Triosonate und eine Fuge von W.Fr. Bach für drei Streicher bearbeitet und teilweise mit langsamen Einleitungen versehen hatte. Jedenfalls war Mozarts Beschäftigung mit der "Alten Musik" in seiner Wiener Zeit ertragreich und hat der Nachwelt einige spannende Ergebnisse dieser Auseinandersetzung hinterlassen - u. a. den "Messias" von Händel in einer zeitgemäß-modernen Instrumentierung mit Hinzunahme von Klarinetten.

LA GAMBA spielt drei "Adagios und Fugen" aus KV 404a nach dem Aufführungsmaterial von Johann Nepomuk David, besetzt mit Violine (Franka Palowski), Altgambe (Petra Manz) und Baßgambe (Ekkehard Weber). Insofern wird eine mehrschichtige Bearbeitung der Bach'schen Originalmusik zu hören sein in einem außergewöhnlichen Klanggewand. In die aufführungspraktischen Überlegungen ist weniger Bachs Originalversion einbezogen als W. A. Mozarts und J. N. Davids Beitrag.

Dem werden die zwei Orgeltriosonaten von Johann Sebastian Bach (BWV 526/527) gegenübergestellt, mit denen Mozart sich in KV 404a auseinandergesetzt hat. An der Orgel: Jakoba Marten-Büsing.

 

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