... Eine extreme Form steuert Jean-Philippe Rameau mit seinen „Pièces de Claveçin en Concert“ bei: Neben der Violine ist die Gambe jetzt lediglich – zwar schmückendes, jedoch nach den Worten des Komponisten nicht einmal notwendiges – Beiwerk („ Diese Stücke können, ohne dass etwas zu wünschen übrig bliebe, auf dem Cembalo allein gespielt werden; man vermutet dabei nicht einmal, dass sie für eine andere Zusammenstellung geeignet sind ...“) zu Cembalostücken von hohem Rang. Die Streicherstimmen sind Klangfarbe, zuweilen auch Zuspitzung oder Verdichtung des Cembalosatzes. Das Ganze bei gleichzeitig höchstem Anspruch an das Zusammenwirken der drei Instrumente; aus diesem Grund hat Rameau diese „Pièces de Claveçin en Concert“ nach seinen eigenen Worten – entgegen den herausgeberischen Gepflogenheiten seiner Zeit – ausschließlich in Partitur drucken lassen. Lediglich eine zweite Geigenstimme als Ersatz der Viola da Gamba existiert separat. Sehr genau formuliert Rameau auch seine Klangvorstellungen für die Streicher, um sicherzustellen, dass das Cembalo allezeit im Vordergrund des kammermusikalischen Geschehens bliebe. Dennoch: Ihren unvergleichlichen Charme entwickeln diese Stücke unserer Meinung nach erst durch eben diese dezente Streicherbegleitung im Hintergrund. Einen weiteren Beitrag zur Gattung Kammermusik hat Rameau nicht geleistet; offenbar war mit dieser neuartigen Klangstruktur für ihn das Wesentliche gesagt ... Das eine oder andere dieser Stücke begegnet uns jedoch in seinem Opernschaffen wieder, teils mit leichten melodischen oder rhythmischen Abwandlungen. Auch in der Orchester-Transkription erweist sich Jean-Philippe Rameau als Meister. |
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