Es ist nicht leicht, einen Bogen zu schlagen von unserem Programm zu dem berühmten gleichnamigen Roman von Iwan Turgenjew und den Familien Kirsanow und Basarow, denn die Namensgleichheit ist rein zufällig und nicht beabsichtigt. Dennoch gibt es Parallelen: Zwei Familien mit höchst unterschiedlichen Vater-Sohn-Beziehungen. Wenden wir uns also den Familien Forqueray und Marais zu und lassen das Russland von 1859 beiseite, auch wenn Thomas Mann "Väter und Söhne" neben Fontanes "Effi Briest" zu den ganz wenigen wichtigen Romanen der europäischen Literaturgeschichte zählt. Forqueray Am Hof erzogen wegen seiner außergewöhnlichen Begabung, Musicien Ordinaire de la Chambre du Roi bei Ludwig XIV. Gesuchter Lehrer, stand in Diensten des Herzogs von Orleans und des Bayerischen Kurfürsten während dessen Exil in Compiègne. Hatte außer Marais keinen ernsthaften Rivalen. Seine Werke sind oft von geradezu gefürchteter Schwierigkeit, von den Zeitgenossen wurde dies bewundert wie beklagt, konnte doch außer dem Komponisten und dessen Sohn diese Stücke damals niemand angemessen aufführen. Neigte sehr zum italienischen Virtuosentum, statt wie Marais zu französischer Eleganz. Verbannte seinen Sohn aus Paris, weil er dessen immer stärkere Konkurrenz nicht ertragen konnte. Beschrieben als launisch, verschroben, bizarr (Leblanc). Nährte den Pariser Klatsch über mehr als 10 Jahre hinweg durch den Streit mit seiner Frau, von der er dann auch geschieden wurde. Danach eines der Opfer des betrügerischen Bankrotts von Jean Aviat. Zog sich 1731 aus Paris zurück. Das Eheleben von Marais hingegen ist eine Geschichte der Art "Es war einmal" ... "und wenn sie nicht gestorben sind": 53 Jahre verheiratet mit Catherine d`Amicourt, 19 Kinder, von denen 1632 neun noch am Leben waren (Parnasse François). 1709 hatte Marais vier seiner Kinder Ludwig dem Großen bei einem Konzert vorgestellt, der war auch ganz zufrieden, äußerte jedoch: mais vous êtes toûjours Marais, & leur pere. Nur Stücke von Roland sind erhalten, die anderen scheinen nicht komponiert zu haben. Marais zog sich 4 Jahre vor seinem Tod in den Faubourg St. Marceau, rue de l'Ursine zurück, wo er Pflanzen kultivierte und Rosen züchtete. Mietete einen Unterrichtsraum in der Rue du Batoir, wo er 2-3 mal pro Woche Schüler empfing.
Nur etwas über 30 Stücke Forquerays sind erhalten, im Gegensatz zu Marais: ca. 650! Und auch das nur, weil der Sohn sie 1. für Cembalo bearbeitete (er war mit einer Cembalistin verheiratet) und sie 2. später als Gambenstücke herausgab, mit b.c. versehen und in der 3. Suite um eine Stücke aus eigener Feder ergänzt (mussten markiert werden, um kenntlich zu sein). Widmungsträger:
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