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1985 aus der Gambenklasse der Freiburger Musikhochschule heraus entstanden, hat sich LA GAMBA Freiburg in den ersten Jahre praktisch ausschließlich der Gambenconsortmusik gewidmet, mit der Zeit jedoch haben wir neben der "reinen" Consortkunst mit ebenso großem Erfolg "Seitenwege" beschritten, von der barocken Duo-/Trio-Besetzung bis zum vollen Barockorchester für Kantaten-, Oratorien- und Opernprojekte, in 25 Jahren also eine große Menge sehr unterschiedlicher und spannender Musik gemacht.

Die Auswahl für ein "Jubiläums-Programm" fiel daher nicht leicht, es sollte (auch für uns) etwas Besonderes sein. Und das ist die Lösung: Wir entschieden uns für eine viel-saitige Besetzung (neun Violen da gamba aller Größen + Cembalo), lassen alle unsere vier-saitigen Kollegen außen vor, auch die blasenden und singenden. Zurück zu den Wurzeln sozusagen.

Trotzdem ist kein "normales" Consortprogramm daraus geworden, denn mit einer einzigen Ausnahme bedienen wir uns aus anderen Quellen.

Im Zentrum steht die Uraufführung einer Original-Kompostion: "Mare sonorum" für 5stimmiges Gambenensemble, 2009 von Otfried Büsing in Freiburg für uns komponiert.

Darum herum ranken sich teilweise Stücke aus unserem Repertoire, teils neue "Versuche":

Die Vertonung des Textes Römer 8, 26-27 von J. S. Bach, komponiert 1729 für das Begräbnis des Thomasschulrektors Ernesti (BWV 226).

Die Vertonung des Psalms 51 von J. Brahms, ein Stück, das in der Vergangenheit zuweilen für ein Werk von Henry Purcell gehalten wurde, wenn wir es ohne Hinweis als Zugabe spielten (op. 29/2).

Eine Elegie ("Crisantemi") von J. Puccini, 1890 zum Andenken an den Grafen von Aosta komponiert und in unserer Gambenconsortversion auch in der Heimat des Komponisten begeistert aufgenommen bei einer Italientournee. Das Stück verlangt in seiner morbiden Melancholie eher nach einer solchen Besetzung als nach "normalen" Streichern. Wieso bloß ist Puccini nicht selbst auf diese Idee gekommen?

Ganz ähnlich das Cembalokonzert f-moll von J.S.Bach, die tiefe Lage, die melancholische Tonart und nicht zuletzt wiederum die Nähe zum Jenseits (Sinfonia der Kantate 156 - „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“) legen zumindest den Versuch nahe, es einmal auf den für diese Stimmungslagen prädestinierten Gamben zu versuchen in einer auch von uns nie probierten "orchestralen" Besetzung (BWV 1056).

Und noch ein Ausreißer: Eine Batalha des Portugiesen Antonio Correa-Braga, von diesem ca. 1695 eigentlich als Orgelstück komponiert.

Wir gestehen, bei der Zusammenstellung dieses Programms hat uns ein gewisser leicht schräger Humor (man könnte ihn durchaus „morbide“ nennen) geleitet, aber wir hoffen, dass unser Publikum ein ähnliches Vergnügen daran findet wie wir. Auf jeden Fall ist es ein ganz einmaliges Programm, in dieser Form und Besetzung fast sicher noch nie da gewesen.

Das Konzert findet statt am
Freitag, 5. November 2010, um 20:00 Uhr in St. Michael (auf dem Alten Friedhof Freiburg-Herdern),
unter den Fittichen des Forums für Alte Musik Freiburg, zum dem wir als dessen Ensemble seit 1996 gehören.

www.lagamba-freiburg.de

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