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William Byrd |
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Josef Schelb |
J.S. Bach |
Boris Yoffe |
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Consort Reloaded: Nach Jahrhunderten des Schweigens beginnt im 20. Jahrhundert die erneute Auseinandersetzung mit historischen Instrumenten und ihrer musikalischen wie klangästhetischen Formenwelt. Unser Programm stellt vier solche Auseinandersetzungen, die in großem zeitlichen Abstand entstanden sind und demgemäß einen höchst unterschiedlichen Zugang zum Phänomen "Consort" verkörpern, originalen Kompositionen aus der Blütezeit des Gambenconsorts gegenüber. Abschließend eine Adaption des sechsstimmigen Ricercare von Bach, das durch die Instrumentierung mit den transparent klingenden Gamben eine andere Durchhörbarkeit gewinnt.
Michael Praetorius, 1619: „Die Violen da Gamba haben 6.Säiten / werden durch Quarten, und in der Mitten eine Terz gestimmet / gleich wie die sechsChörichte Lautten. Die Engelländer / wenn sie alleine darmit etwas musiciren, so machen sie alles bißweilen umb ein Quart, bißweilen auch eine Quint tieffer ... Und daß gibt in diesem Stimmwerck viel eine anmutigere / prächtigere und herrlichere Harmonij, als wenn man im rechten Thon bleibet. ... Die Engelländer nennens gar ... ein Consort, wenn etliche Personen mit allerley Instrumenten ... zusammen in einer Compagny und Gesellschaft gar still, sanfft und lieblich accordiren, und in anmuter Symphonia mit einander zusammen stimmen.“ In jener instrumentalen Blütezeit des frühen Barock überlappten sich nationale stilistische Formen und Eigenarten des Komponierens nicht nur, sie befruchteten sich vielmehr gegenseitig in hohem Maße. Entscheidend für die Entwicklung der Ensemblemusik in Europa war der Einfluß des englischen Consorts; namentlich die Idee des Violenensembles stammte aus England. Wie wir bei Praetorius sehen, wurde diese englische Besonderheit auf dem Kontinent aufmerksam (wenn nicht gar neidvoll) beobachtet, in Deutschland vielleicht mehr als in den Nachbarländern auch übernommen und auf die lokalen Erfahrungen, Hörgewohnheiten und Vorlieben zugeschnitten. Der obertonreiche, transparente Klang der Gamben - manchmal mit dem Attribut „objektiv“ versehen - begünstigt durch seine leichte Durchhörbarkeit eine Kompositionsweise mit stark polyphoner Struktur und gleichwertiger Eigenständigkeit aller Stimmen. Außerdem ist er mehr als jeder andere dazu geeignet, jene Melancholie und jenen fast wollüstig süßen Schmerz hörbar zu machen, die offenbar in England damals vorherrschende Befindlichkeit waren. Die aus der Lyrik jener Zeit sprechende Todessehnsucht verschafft sich im Gambenklang angemessen Gehör. Daß er mit zunehmender Dominanz der Geigenfamilie als zu wenig voluminös verdrängt werden konnte, ist schwer nachvollziehbar, besteht er doch problemlos auch ohne das „adelnde Etikett musikhistorischer Reanimation“. |
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Ekkehard Weber |
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Franka Palowski |
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